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Gesundheit

Mein Körper ist kein Chemiebaukasten!

Wie bio ist dein Tampon?

Tampons oder Binden befinden sich jeden Monat an den empfindlichsten Stellen unseres Körpers.

Doch die wenigsten Frauen machen sich über die Produkte, die sie jedes Monat verwenden, wirklich Gedanken. Neben Auswirkungen auf unseren Planeten, gibt es gesundheitliche Aspekte, die jeder Frau bewusst sein sollten.

Mehr dazu unter:

Hautreizungen

Viele konventionelle Tampons und Binden sind nicht nur für die Umwelt ein Problem, sondern auch für unseren Körper.

Gerade für Frauen mit empfindlicher Haut sind nachhaltige Produkte von Vorteil. FrauenärztInnen, mit denen wir gesprochen haben, stellen immer wieder Hautreizungen im Intimbereich fest, die durch Kunststofffasern in Tampons, Binden oder Slipeinlagen verursacht werden können.
Natürlich stehen Komfort und Qualität auf höchster Stufe der Anforderungen bei Menstruationsprodukten. Doch gerade dieser Komfort wird oftmals eingeschränkt, weil Plastikbestandteile in z.B. Binden das Schwitzen im Intimbereich eher begünstigen als dass sie dieses verhindern. 

Bei nachhaltigen Produkten stehen natürliche Inhaltsstoffe ganz oben auf der Liste. Das bedeutet Tampons oder Binden aus 100% biologischer Baumwolle, ohne synthetische Stoffe oder Duftstoffe, ohne Chemikalien oder sonstige Zusätze.

 

Das Problem: Die Haut im Intimbereich gilt als besonders empfänglich für Schadstoffe. Inhaltsstoffe, wie Duftstoffe oder Chemikalien sind vor allem deshalb bedenklich, weil die Haut im Intimbereich besonders empfänglich für Substanzen ist, die sich für mehrere Stunden am oder im Körper befinden. Durch die vielen Blutgefäße und Lymphgefäße gelangen Giftstoffe direkt in den Blutkreislauf. Dies bestätigt auch Dr. Christian Matthai, Gynäkologe und mehrfacher Buchautor: „Die Vagina ist ein stark resorbierendes Organ, das Schadstoffe leicht aufnehmen kann. Aus diesem Grund sind nachhaltige Produkte, z.B. aus 100% Biobaumwolle, eine Alternative für alle Frauen.“

Wusstest du?

Laut dem Oberarzt Dr. Thomas Duscha von der gynäkologischen Abteilung des allgemein öffentlichen Krankenhauses der Elisabethinen in Linz können synthetische und zu enge Unterhosen oder chemisch behandelte Binden die Vaginalflora zerstören und zu Scheideninfektionen und -pilzen führen. Tampons tragen zudem zu einer feucht-warmen Kammer in der Scheide bei, die das Scheidenmilieu beeinträchtigen kann. Mit einer Menstruationskappe trocknest du die Scheide nicht aus und es können auch keine Fasern im Körper zurückbleiben, wie dies bei Tampons der Fall ist.

Die erdbeerwoche will Tampons und Binden ohne Kunststoffe!

Hier geht's zu den nachhaltigen Produkten wie Biotampons, Biobinden oder Menstruationskappen.

Toxisches Schocksyndrom (TSS)

Das Toxische Schocksyndrom (TSS) – Das Kürzel TSS ist euch sicher schon einmal auf einer Tampon-Packung aufgefallen. Aber was bedeutet TSS eigentlich? Und ist die Gefahr, die dahinter steckt, wirklich so groß?

TSS ist eine Infektion, die zu einem schweren Organ- und Kreislaufversagen führen kann, hervorgerufen durch ein bestimmtes Bakterium. Wenn dieses Bakterium über eine offene Wunde oder die Gebärmutter in den Blutkreislauf kommt, bildet es ein Gift, das einen Schock im Körper auslöst und für die betroffene Person tödlich sein kann. Die meisten bisher bekannten TSS-Fälle entstanden während der Periode, wobei u.a. das zu lange Tragen eines Tampons dafür Auslöser sein kann. Aber auch Männer können TSS bekommen.

TSS ist eine seltene, aber ernst zu nehmende Erkrankung, die vor allem in den späten 1970er Jahren, insbesondere in den USA, zu Todesfällen geführt hat. Damals wurde das erste sogenannte „super-absorbierende“ Tampon auf den Markt gebracht, das vorwiegend aus synthetischem Polyester und nicht aus natürlichen Fasern bestand.

Nach mehreren medizinischen Untersuchungen fand man heraus, dass zwei Drittel der mit dem Schocksyndrom erkrankten Frauen ein Tampon benutzten, das damals einen Marktanteil von 17,2 Prozent hatte. Damals wurden zum ersten Mal 25 Todesfälle und mehrere hundert Erkrankungen bekannt. Das Produkt wurde umgehend vom Markt genommen. Aber auch heute noch treten immer wieder Fälle von TSS auf. Das Problem dabei: Die wenigsten Frauen wissen über die umgangssprachlich auch "Tampon-Krankheit" genannte Infektion Bescheid.

Wie entsteht das Toxische Schock-Syndrom?

Ursache für TSS ist einerseits das Staphylokokken-Bakterium, das viele Menschen von Haus aus in ihrem Körper haben, die aber von sich aus meist noch keine Infektion auslösen. Tampons - insbesondere supersaugfähige Tampons - können hingegen Magnesium binden und so die Scheidenflora verändern. Wenn beide Faktoren zusammentreffen, können die Staphylokokken-Bakterien Giftstoffe bilden, welche dann durch die Vaginalschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen und so zu einem toxischen Schock führen können. Als Anzeichen für TSS gelten allgemeinhin plötzlich auftretendes hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall, aber auch sonnenbrandähnliche Symptome.

Laut einer Studie des New York University Medical Center kann das Risiko des Toxischen Schocksyndroms (TSS) durch die Verwendung von Tampons aus reiner Biobaumwolle reduziert werden. Mehr dazu hier.

Fazit:

TSS ist keine meldepflichtige Erkrankung, weshalb über die tatsächliche Zahl an Infektionen pro Jahr keine Aussage getroffen werden kann. In Europa ist die Zahl der Erkrankungen um einiges niedriger als in den USA, was unter anderem auf ein erhöhtes Maß an Aufklärung zurückzuführen ist. Mittlerweile ist der Hinweis zu TSS zwar auf jeder Tampon-Packung angeführt. Trotzdem erkranken bzw. sterben jedes Jahr Frauen an TSS. Traurig aber wahr: 2015 starb ein 13-Jähriges Mädchen an den Folgen von TSS.

Darüber hinaus rührte ein Fall eines britischen Models, das aufgrund von TSS sein Bein verloren hat, die Frauenhygienewelt auf: Lauren Wasser verklagte eine Tamponfirma, die Tampons aus synthetischen Materialien herstellt, weil deren Tampon bei ihr das toxische Schocksyndrom ausgelöst hat. Mehr über diesen Fall liest du hier.

Weitere Infos und die Erfahrungen während unserer Arbeit mit der erdbeerwoche könnt ihr in unserem Blogartikel „Toxisches Schocksyndrom (TSS): Mythos oder Realität?“ nachlesen oder in unserem Blogartikel zum Tod einer 13-jährigen Engländerin.

Was kann man nun tun, um TSS zu vermeiden?

1.    Tampons nicht zu lange im Körper lassen! Tampons sollten nur max. 4-6 Stunden im Körper belassen werden und anschließend durch ein neues Tampon ersetzt werden.
2.    Vor dem Einführen oder Entfernen eines Tampons immer sorgfältig die Hände waschen - am besten mit Seife.
3.    In der Nacht solltest du besser auf Binden oder Slipeinlagen umsteigen.
4.    Immer die kleinste notwendige Tampongröße wählen und supersaugfähige Tampons insbesondere an den schwachen Tagen vermeiden.
5.    Steige auf Tampons aus 100% Biobaumwolle um – diese können TSS zwar nicht verhindern, aber laut einer Studie zumindest das Risiko reduzieren.

Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011, können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons. Dennoch müssen auch Menstruationskappen regelmäßig entleert und fachgerecht gereinigt werden. Mehr dazu erfährst du hier.

Quelle u.a.:

  • Die Zeit (Tödliche Tampos)
  • Der Standard (Risikofaktor Tampon)
  • Canadian Family Physician (Studie zu Menstruationskappen)
  • BBC (Bericht über die 14-jährige Natascha, die an den Folgen von TSS starb)
  • Focus.de (Aufklärungs-Appell einer Mutter, deren 13-jährige Tochter an TSS starb)

 

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