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Nachhaltige Frauenhygiene ist nicht nur für jede einzelne Frau von großer Relevanz, sondern ein Thema von globaler Bedeutung. Jährlich landen weltweit rund 45 Milliarden Tampons bzw. Binden auf den Müllhalden unseres Planeten. Doch Frauenhygiene ist nicht nur ein ökologisches oder gesundheitliches Problem – es geht auch um Bildung!

Fehlender Zugang zu Frauenhygiene-Produkten

Gerade in Ländern, wo es nicht an jeder Ecke einen Drogeriemarkt gibt und Tampons bzw. Binden für Frauen einen unleistbaren Luxus darstellen, ist Frauenhygiene ein großes Thema. So können laut der Organisation she in Ruanda z.B. 36% der Mädchen während ihrer Regel nicht in die Schule gehen, weil Binden schlichtweg unerschwinglich sind.
Aber auch in der westlichen Welt ist Frauenhygiene in der heutigen Form erst seit relativ kurzer Zeit erhältlich, wenn man bedenkt, dass es Tampons erst seit 60 Jahren gibt…

Die Alternativen: Stoffreste oder Baumrinde

Frauen, die sich nun nicht jeden Monat eine Packung Binden bzw. Tampons leisten können, haben wenige wirkliche Alternativen. Diese reichen von alten Stoffresten bis zu Stücken aus Baumrinde. Das ist nicht nur aus gesundheitlichen Gründen bedenklich, sondern wirkt sich vor allem auf die Lebenssituation von Frauen aus.

Frauenhygiene & Bildung

Ohne Frauenhygiene kein Schulbesuch! Mit diesem Problem sind jeden Monat Millionen von Mädchen und Frauen konfrontiert. Bei genauer Berechnung verliert eine Frau in ihrem Leben im schlimmsten Falle bis zu 5 Jahre Schulbildung. Das ist das Ergebnis von 5 fehlenden Schultagen pro Monat ohne entsprechende Produkte. Das gleiche Problem betrifft natürlich auch Frauen in der Arbeitswelt. Für das Land Ruanda bedeutet das in harten Wirtschaftszahlen einen Verlust des GDPs von 115 Millionen Dollar (Quelle: she - sustainable health enterprises)

Lösungwege…

 she – sustainable health enterprises

Eine Organisation, die sich mit dieser Thematik seit dem Jahr 2007 auseinandersetzt, ist she – sustainable health enterprises. Die Gründering Elisabeth Scharpf hat in Ruanda ein Mikrokredit-Projekt auf die Beine gestellt, das sich genau dieser Thematik widmet.
Die Lösung liegt in lokalen Ressourcen, genauer gesagt in Fasern des Bananenbaumes. Aus diesen Fasern können biologisch abbaubare und kostengünstige Binden hergestellt werden. Durch Mikrokredite für den Maschinenkauf konnten im Jahr 2010 in Ruanda über 100 neue Jobs geschaffen und bei ca. 3000 Frauen weniger Fehlzeiten in der Schule verzeichnet werden.
www.sheinnovates.com

Janipad – Binden aus Wasserhyazinthen

Eine andere Innovation für die Frauenhygiene ist die Janipad. Das von StudentInnen aus Schweden bzw. Norwegen ins Leben gerufen Unternehmen ist gerade in der Aufbau-Phase und stellt Binden aus Fasern der Wasserhyazinthe des Lake Viktoria in Kenia her. Das ist aus ökologischer Sicht zweifach positiv. Zum einen werden lokale und biologisch abbaubare Rohstoffe verwendet, zum anderen kann die Wasserhyazinthe, die eine große Plage für die Fischer geworden ist, für ein sinnvolles Produkt verwertet werden. Die GründerInnen sind übrigens gerade auf der Suche nach InvestorInnen!
www.janipad.com


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