Gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe

Bei den Inhaltsstoffen von konventionellen Produkten findet frau bei näherer Betrachtung so einiges, was sie dort lieber nicht vorfinden würde: von Kunststoffen angefangen über genmanipulierte und mit Chlor gebleichte Baumwolle bis hin zu bedenklichen Chemikalien und Weichmachern.

Dioxin, Formaldehyd oder andere Chemikalien - nicht nur die erdbeerwoche macht sich über dieses Problem Gedanken. Auch unabhängige Prüfinstitute untersuchen Monatshygiene in regelmäßigen Abständen. "Öko-Test" hat bei einem Test verschiedener Tamponmarken herausgefunden, dass von insgesamt 16 Marken 14 mit allergieauslösenden halogenorganischen Verbindungen versetzt sind, die als Rückstände des Bleichprozesses gelten.
Bei Bleichprozessen mit Chlor wird zudem das als „Ultragift“ bezeichnete Dioxin freigesetzt. Dieser chemische Stoff kann übrigens in Verbindung mit Krebserkrankungen oder Unfruchtbarkeit gebracht werden. Und Dioxin ist nicht die einzige Chemikalie, die in Tampons und Binden bereits gefunden wurde.
Formaldehyd wurde in Binden und in der Plastikverpackung von Tampons gefunden, Phthalate – also Weichmacher – laut den Ergebnissen des deutschen „Test-Magazins“ aus dem Jahr 2011 in der Klebefolie von Slipeinlagen, ganz zu Schweigen von synthetischen Farb- und Duftstoffen.

Erst kürzlich - im Herbst 2015 - fand ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata heraus, dass 85% der konventionellen Tampons und Binden in Argentinien mit Glyphosat, einem Bestandteil vieler Breitbandherbizide, die in der konventionellen Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden, belastet sind. Nähere Infos dazu findest du hier.

Auch ein im November 2013 publizierter Report der Organisation Women´s Voices For The Earth warnt vor gefährlichen Inhaltsstoffen in Tampons, Binden und Slipeinlagen:

  • Chemikalien wie Dioxin- und Furanrückstände, die aus dem Bleichprozess mit Chlor stammen können und als krebserregend gelten
  • Pestizidrückstände im Falle von Baumwollbestandteilen, die nicht aus biologischem Anbau stammen
  • Unbekannte Duftstoffchemikalien, die Störungen im Hormonsystem oder allergische Hautausschläge auslösen können
  • Kleber-Chemikalien wie z.B. Methyldibromoglutaronitril, einem Konservierungsstoff, vor dessen Einsatz in Kosmetika Greenpeace bereits 2008 warnte und Entzündungen sowie Allergien der Haut auslösen kann.


Warum das besonders problematisch für die Haut im Intimbereich ist, kannst du hier nachlesen.

Fehlende gesetzliche Kennzeichnungspflicht – die erdbeerwoche klärt auf

Dass das aus gesundheitsrechtlicher Sicht überhaupt möglich ist, hat u.a. folgenden Grund: Tampons und Binden unterliegen denselben gesetzlichen Grenzwerten wie Taschentücher oder ähnliche Hygieneprodukte – ohne Rücksichtnahme darauf, dass sich Tampons und Binden über einen längeren Zeitraum in oder direkt an unserem Körper befinden.

In den USA unterliegen Tampons der Food & Drug Administration (FDA) und werden als medizinische Produkte eingestuft. In Europa werden Tampons als „Gebrauchsgegenstände“ eingestuft, unterliegen der so genannten Produktsicherheitsrichtlinie sowie einem freiwilligen Verhaltenskodex der Industrie und der jeweiligen länderspezifischen Gesetzgebung. Egal ob in Europa oder in den USA – derzeit gibt es keine Kennzeichnungspflicht für die Inhaltsstoffe in Tampons, Binden und Slipeinlagen.

Dass Frauen über Material, Herstellung sowie Inhaltsstoffe von Frauenhygieneprodukten kaum Bescheid wissen, zeigt auch eine Umfrage der erdbeerwoche aus dem Jahr 2011: Knapp 80% der Frauen haben sich noch nie Gedanken über die Inhaltstoffe in Tampons bzw. Binden gemacht. Derzeit führt kein Hersteller konventioneller Tampons ein Gütesiegel für nachhaltige Waldbewirtschaftung oder kennzeichnet Informationen zum Bleichprozess.

Die erdbeerwoche will Tampons und Binden ohne Dioxin oder andere Chemikalien!

Hier geht's zu den nachhaltigen Produkten wie Biotampons, Biobinden oder Menstruationskappen... 

 

 

Quelle u.a.: