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Inhaltsstoffe

Bei den Inhaltsstoffen vieler konventioneller Produkte findet frau bei näherer Betrachtung so einiges, was sie dort lieber nicht vorfinden würde: von Kunststoffen angefangen über genmanipulierte und mit Chlor gebleichte Baumwolle bis hin zu bedenklichen Chemikalien und Weichmachern.

Dioxin, Weichmacher oder andere Chemikalien - nicht nur die erdbeerwoche macht sich über dieses Problem Gedanken. Auch unabhängige Prüfinstitute untersuchen Monatshygiene in regelmäßigen Abständen. "Öko-Test" hatte 2007 bei einem Test verschiedener Tamponmarken herausgefunden, dass von insgesamt 16 Marken 14 mit allergieauslösenden halogenorganischen Verbindungen versetzt sind, die als Rückstände des Bleichprozesses mit Chlor gelten. Im Jahr 2017 wurde dieser Test wiederholt und glücklicherweise wurde nur mehr in einer der getesteten Tamponmarken halogenorganische Verbindungen gefunden. Auch Biotampons wurden bei diesem Test getestet. Diese schnitten alle mit "sehr gut" ab.

In anderen Untersuchungen wurde bereits Formaldehyd in Binden und in der Plastikverpackung von Tampons gefunden, Phthalate – also Weichmacher – laut den Ergebnissen des deutschen „Test-Magazins“ aus dem Jahr 2011 in der Klebefolie von Slipeinlagen. 

Im Herbst 2015 - fand ein Forscherteam der argentinischen Universität La Plata heraus, dass 85% der konventionellen Tampons und Binden in Argentinien mit Glyphosat, einem Bestandteil vieler Breitbandherbizide, die in der konventionellen Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden, belastet sind. Nähere Infos dazu findest du hier.

Auch ein im November 2013 publizierter Report der Organisation Women´s Voices For The Earth warnt vor gefährlichen Inhaltsstoffen in Tampons, Binden und Slipeinlagen:

  • Dioxin- und Furanrückstände, die aus dem Bleichprozess mit Chlor stammen können
  • Pestizidrückstände im Falle von Baumwollbestandteilen, die nicht aus biologischem Anbau stammen
  • Unbekannte Duftstoffchemikalien, die Störungen im Hormonsystem oder Hautirritationen auslösen können
  • Kleber-Chemikalien wie z.B. Methyldibromoglutaronitril, einem Konservierungsstoff, vor dessen Einsatz in Kosmetika Greenpeace bereits 2008 warnte und der Entzündungen sowie Allergien der Haut auslösen kann.

Fehlende gesetzliche Kennzeichnungspflicht – die erdbeerwoche klärt auf

Dass das aus gesundheitsrechtlicher Sicht überhaupt möglich ist, hat u.a. folgenden Grund: Tampons und Binden unterliegen denselben gesetzlichen Schadstoffgrenzwerten wie Taschentücher oder ähnliche Hygieneprodukte – ohne Rücksichtnahme darauf, dass sich Tampons und Binden über einen längeren Zeitraum in oder direkt an unserem Körper befinden.

In den USA unterliegen Tampons der Food & Drug Administration (FDA) und werden als medizinische Produkte eingestuft. In Europa werden Tampons als „Gebrauchsgegenstände“ eingestuft, unterliegen der so genannten Produktsicherheitsrichtlinie sowie einem freiwilligen Verhaltenskodex der Industrie und der jeweiligen länderspezifischen Gesetzgebung. Egal ob in Europa oder in den USA – derzeit gibt es keine Kennzeichnungspflicht für die Inhaltsstoffe in Tampons, Binden und Slipeinlagen.

Dass Frauen über Material, Herstellung sowie Inhaltsstoffe von Frauenhygieneprodukten kaum Bescheid wissen, zeigt auch eine Umfrage der erdbeerwoche aus dem Jahr 2011: Knapp 80% der Frauen haben sich noch nie Gedanken über die Inhaltstoffe in Tampons bzw. Binden gemacht.

Die erdbeerwoche fordert strengere Prüfungen bei Monatshygieneprodukten und setzt sich für eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe ein.

Quellen u.a.:

Regelbeschwerden?

Regelschmerzen oder andere Beschwerden in Zusammenhang mit der Regel gehören für zahlreiche Frauen zum Alltag. Jede 10. Frau im gebärfähigen Alter leidet einmal im Monat unter Regelschmerzen. Die monatlichen Beschwerden können sogar bis zu 150 unterschiedliche Symptome annehmen.

Warum sich aber die meisten Frauen mit ihren Schmerzen dennoch alleine fühlen, hat einen Grund: Die Regel und natürlich alle damit verbundenen Dinge, wie Tampons und Binden, prämenstruelles Syndrom (PMS) und Regelschmerzen gehören zu einem der letzten Tabus unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund finden sich die meisten Frauen mit dem allmonatlich auftretenden „Übel“ ab und sprechen nicht darüber. Deswegen wissen viele aber auch nicht, was man gegen Regelschmerzen tun kann.

Facts: Kennst du die Ursache für Regelschmerzen?
Die Ursache für Regelschmerzen bzw. Menstruationsbeschwerden sind Muskelkontraktionen der Gebärmutter, die in Wellen auftreten (ähnlich Geburtswehen). Ausgelöst werden sie durch die Freisetzung körpereigener Prostaglandine. Durch die Kontraktion wird die Blutzirkulation innerhalb der Gebärmutter abgeschnitten. Der damit verbundene Sauerstoffmangel verursacht die Schmerzen.

Mit folgenden Beschwerden haben die meisten Frauen vor oder während ihrer Regel zu kämpfen:

  • Bauchschmerzen/Bauchkrämpfe
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Übelkeit
  • Kreislaufprobleme
  • Rückenschmerzen
  • Müdigkeit/Abgeschlagenheit
  • Wasser in den Beinen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Gefühlsschwankungen

Schreib uns, was deine häufigsten Beschwerden sind unter info(at)erdbeerwoche.com.

Interview mit Dr. Eva Lehner-Rothe zum Thema Regelschmerzen:

 


Das hilft gegen Regelschmerzen:

- Wärme: Ob in Form der guten alten Wärmeflasche oder selbstklebender Wärmeauflagen, die in erster Linie bei Muskelschmerzen verwendet werden – etwas Wärmendes am Bauch tut fast immer gut. Wenn die Schmerzen dadurch auch meist nicht zur Gänze verschwinden, so kann die Wärme durch die entspannende Wirkung zumindest Linderung verschaffen.

- Tee: Abwarten und Tee trinken hat sich in vielerlei Hinsicht bewährt. Auch bei Regelbeschwerden ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten in Form eines wärmenden Tees (mit Ingwer, Eisenkraut, Schafgarbe oder Frauenmantelkraut) wohltuend. Z.B. der Frauen Balance Yogi Tee

- Bewegung: Bei Regelbeschwerden (insbesondere Bauchkrämpfen) möchte frau sich am liebsten unter einer Decke verkriechen. Oft hilft aber genau das Gegenteil: leichter Sport wie Spazieren gehen, laufen oder Yoga.

- Mönchspfeffer: Auch Mönchspfeffer (Agnus castus) wird bereits seit der Antike zur Linderung von Frauenbeschwerden eingesetzt. Es handelt sich dabei um ein rein pflanzliches Präparat (wird von unterschiedlichen Herstellern angeboten), das über mehrere Wochen durchgehend eingenommen wird und hilft, den Zyklus zu regulieren und damit auftretende Beschwerden zu lindern.

- Homöopathie: Homöopathische Mittel gegen Regelbeschwerden gibt es viele am Markt, die Wirkung ist jedoch von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Da Homöopathie keine schädlichen Inhaltsstoffe enthält, kann frau es getrost mal ausprobieren, ob’s hilft.

- TCM/Akupunktur: Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) setzt auf die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und sieht somit auch Regelschmerzen nicht losgelöst von anderen Beschwerden. Die Therapiemethoden sind Akupunktur und Kräutertees. Leider ist die Therapie relativ teuer und wird von der Krankenkasse im Normalfall nicht rückerstattet, obwohl damit gute Erfolge erzielt werden.

- Hormone:
Pille und Co schaffen für viele Frauen Erleichterung. Durch künstliche Hormone wird die Gebärmutterschleimhaut weniger hoch aufgebaut und besser abgebaut, sodass weniger Blut und Schleim nach außen befördert werden muss. Frau darf aber dabei nicht vergessen, dass sie sich damit kontinuierlich künstliche Hormone zuführt und dem Körper permanent eine Schwangerschaft vortäuscht. Insofern wohl auch keine Dauerlösung. Darüber hinaus solltest du, wenn dir nur die Pille Abhilfe bei Schmerzen schafft, dich auf Endometriose testen lassen.

- Tabletten: Sollten eigentlich immer die letzte Konsequenz sein, da die regelmäßige Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten von ÄrztInnen grundsätzlich nicht empfohlen wird. Wenn es gar nicht anders geht, helfen gegen akute Schmerzen Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen (schmerzstillend). Achtung: Frauenärzte raten vor der Einnahme von Aspirin bei Regelschmerzen ab, da der Wirkstoff Acetylsalicylsäure blutverdünnend wirkt und so die Regelblutung noch verstärken kann. Generell gilt bei Schmerzmitteln: Unbedingt die Gebrauchsanweisung auf Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen überprüfen!

- Tapes: Noch ein Insidertipp ist das sogenannte Kinesio-Taping bei Regelschmerzen. Dabei wird ein spezielles (in der Apotheke erhältliches) Tape auf den Bauch aufgeklebt und dann für mehrere Stunden dort belassen. Die genaue Position des Tapes ist sehr wichtig, weshalb das erste Anbringen von einer in Kinesio-Taping erfahrenen Person (z.B. Physiotherapeut) erfolgen sollte.

- Bio-Tampons und -Binden bzw. Menstruationskappen: Auch wenn es noch keine umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen dazu gibt, haben einzelne Studien Regelschmerzen mit der Verwendung konventioneller Tampons und Binden in Zusammenhang gebracht. Durch die Verwendung genmanipulierter und mit Pestiziden versetzter Baumwolle sowie durch die Zugabe von Bleichmitteln und Weichmachern bergen konventionelle Tampons und Binden ein gesundheitliches Risiko und können unter Umständen auch für Regelschmerzen mitverantwortlich sein. Die Alternative heißt: Tampons und Binden aus 100% Biobaumwolle oder auch Menstruationskappen bzw. Menstruationstassen. Wir erhalten immer wieder Nachrichten von Frauen, deren Regelschmerzen sich nach dem Umstieg auf z.B. eine Menstruationskappe gebessert haben. Probier's doch mal aus! Hier geht’s zu unseren nachhaltigen Produkten.

Weitere Infos findest du auch im Blog der erdbeerwoche.

Du hast noch weitere Tipps gegen Regelbeschwerden? Schreib uns unter info(at)erdbeerwoche.com, wir veröffentlichen deinen Beitrag gerne!

Übrigens: Laut der Plattform „Unnützes Wissen“ menstruiert eine Frau mit einer Frequenz von ca. 413 Nanohertz.

FAQ

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Alle Fragen zu nachhaltigen Frauenhygiene-Produkten findest du in unserem erdbeerwoche-Ratgeber (FAQ) auf www.erdbeerwoche-shop.com

Was genau bedeutet Nachhaltige Frauenhygiene?

Nachhaltige Frauenhygiene bedeutet, dass Frauen bei Produkten, die sie für ihre Menstruation verwenden, also Tampons, Binden oder Slipeinlagen, auf deren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt achten. Hier liest du mehr über die Auswirkungen, die diese Produkte auf deinen Körper bzw. auf deinen Planeten haben können.

Warum sind konventionelle Tampons und Binden bedenklich?

Warum konventionelle Tampons, Binden oder Slipeinlagen bedenklich sein können, liest du hier.

Was versteht man unter nachhaltigen Tampons und Binden?

Unter nachhaltig produzierten Tampons und Binden versteht man Produkte, die möglichst geringe negative Auswirkungen auf deine Gesundheit oder auf die Umwelt haben. Konkret heißt das, dass keine schädlichen Chemikalien oder Pestizide zum Einsatz kommen, die beispielsweise in konventioneller Baumwolle zu finden sind. Nachhaltige Tampons und Binden bestehen also zu 100% aus zertifizerter Biobaumwolle oder aus anderen umweltfreundlichen Materialien. 

Welche wieder verwendbaren Produkte gibt es im Frauenhygienebereich?

Neben Tampons und Binden aus 100% biologischer Baumwolle gibt es auch die Möglichkeit, wiederverwendbare Produkte zu benützen, die gleichzeitig deinen Körper, deinen Planeten und deine Geldbörse schonen: Beispiele dafür sind Menstruationskappen - auch Menstruationstassen genannt - oder Stoffbinden.

Ich bin eine Frau, die bereits in der Menopause ist. Bin ich bei der erdbeerwoche trotzdem richtig?

Selbstverständlich! Auch wenn es bei der erdbeerwoche in erster Linie um Produkte geht, die Frauen für ihre Menstruation benötigen, richten wir uns mit unserer Initiative natürlich an alle Frauen. Das heißt einerseits an Schwangere, die nach der Geburt Binden benötigen, aber auch an Frauen in der Menopause, die mitunter zu den häufigsten Benutzerinnen von Slipeinlagen gehören. Welche Auswirkungen konventionelle Slipeinlagen auf deinen Körper und auf deinen Planeten haben können, liest du hier.

Ich bin ein Mann, dem das Thema der erdbeerwoche wichtig ist. Wie kann ich etwas beitragen?

Wir freuen uns, dass auch zahlreiche Männer zu den Fans der erdbeerwoche zählen! Wenn dir unsere Initiative gefällt, dann werde unser Fan auf Facebook und erzähl deiner Frau, Freundin, Mutter, Schwester, Tante oder Cousine von der erdbeerwoche!

Wo kann ich nachhaltig produzierte Tampons und Binden in Österreich kaufen?

Die erdbeerwoche ist gerade dabei, ein Vertriebsnetz für nachhaltige Frauenhygiene in Österreich aufzubauen. Die Produkte, die den erdbeerwoche-Praxistest bestanden haben, findest du in unserem Onlineshop auf www.erdbeerwoche-shop.com. Daher die gute Nachricht: Du kannst nachhaltige Tampons und Binden auch in Österreich kaufen und dir bequem nach Hause schicken lassen! 

Wo kann ich nachhaltig produzierte Tampons und Binden in Deutschland kaufen?

Wir bemühen uns, auch in Deutschland nachhaltige Tampons und Binden für alle verfügbar zu machen und liefern daher über unseren Webshop www.erdbeerwoche-shop.com auch nach Deutschland. 

Deine Frage scheint hier nicht auf? Schreib uns doch einfach: Wir freuen uns über deine Fragen, Anregungen und Wünsche: info(at)erdbeerwoche.com.

Alles weiteren Fragen zu unserer Mission, zur Handhabung von Menstruationskappen und was die erdbeerwoche unter nachhaltigen Produkte versteht, findest du in unserem großen erdbeerwoche-Ratgeber (FAQ) zu nachhaltiger Frauenhygiene auf www.erdbeerwoche-shop.com.

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