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Toxisches Schocksyndrom (TSS)

Das Toxische Schocksyndrom (TSS) – Das Kürzel TSS ist euch sicher schon einmal auf einer Tampon-Packung aufgefallen. Aber was bedeutet TSS eigentlich? Und ist die Gefahr, die dahinter steckt, wirklich so groß?

TSS ist eine Infektion, die zu einem schweren Organ- und Kreislaufversagen führen kann, hervorgerufen durch ein bestimmtes Bakterium. Wenn dieses Bakterium über eine offene Wunde oder die Gebärmutter in den Blutkreislauf kommt, bildet es ein Gift, das einen Schock im Körper auslöst und für die betroffene Person tödlich sein kann. Die meisten bisher bekannten TSS-Fälle entstanden während der Periode, wobei u.a. das zu lange Tragen eines Tampons dafür Auslöser sein kann. Aber auch Männer können TSS bekommen.

TSS ist eine seltene, aber ernst zu nehmende Erkrankung, die vor allem in den späten 1970er Jahren, insbesondere in den USA, zu Todesfällen geführt hat. Damals wurde das erste sogenannte „super-absorbierende“ Tampon auf den Markt gebracht, das vorwiegend aus synthetischem Polyester und nicht aus natürlichen Fasern bestand.

Nach mehreren medizinischen Untersuchungen fand man heraus, dass zwei Drittel der mit dem Schocksyndrom erkrankten Frauen ein Tampon benutzten, das damals einen Marktanteil von 17,2 Prozent hatte. Damals wurden zum ersten Mal 25 Todesfälle und mehrere hundert Erkrankungen bekannt. Das Produkt wurde umgehend vom Markt genommen. Aber auch heute noch treten immer wieder Fälle von TSS auf. Das Problem dabei: Die wenigsten Frauen wissen über die umgangssprachlich auch "Tampon-Krankheit" genannte Infektion Bescheid.

Wie entsteht das Toxische Schock-Syndrom?

Ursache für TSS ist einerseits das Staphylokokken-Bakterium, das viele Menschen von Haus aus in ihrem Körper haben, die aber von sich aus meist noch keine Infektion auslösen. Tampons - insbesondere supersaugfähige Tampons - können hingegen Magnesium binden und so die Scheidenflora verändern. Wenn beide Faktoren zusammentreffen, können die Staphylokokken-Bakterien Giftstoffe bilden, welche dann durch die Vaginalschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen und so zu einem toxischen Schock führen können. Als Anzeichen für TSS gelten allgemeinhin plötzlich auftretendes hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall, aber auch sonnenbrandähnliche Symptome.

Laut einer Studie des New York University Medical Center kann das Risiko des Toxischen Schocksyndroms (TSS) durch die Verwendung von Tampons aus reiner Biobaumwolle reduziert werden. Mehr dazu hier. Allerdings kann auch bei Bio-Tampons und auch bei der Verwendung einer Menstruationstasse TSS nie gänzlich ausgeschlossen werden, weshalb es wichtig ist, u.a. Tipps zu beachten. Damit kann zwar nicht verhindert werden, an TSS zu erkranken, aber das Risiko kann gesenkt werden.

Fazit:

TSS ist keine meldepflichtige Erkrankung, weshalb über die tatsächliche Zahl an Infektionen pro Jahr keine Aussage getroffen werden kann. In Europa ist die Zahl der Erkrankungen um einiges niedriger als in den USA, was unter anderem auf ein erhöhtes Maß an Aufklärung zurückzuführen ist. Mittlerweile ist der Hinweis zu TSS zwar auf jeder Tampon-Packung angeführt. Trotzdem erkranken bzw. sterben jedes Jahr Frauen an TSS. Traurig aber wahr: 2015 starb ein 13-Jähriges Mädchen an den Folgen von TSS.

Darüber hinaus rührte ein Fall eines britischen Models, das aufgrund von TSS sein Bein verloren hat, die Frauenhygienewelt auf: Lauren Wasser verklagte eine Tamponfirma, die Tampons aus synthetischen Materialien herstellt, weil deren Tampon bei ihr das toxische Schocksyndrom ausgelöst hat. Mehr über diesen Fall liest du hier.

Weitere Infos und die Erfahrungen während unserer Arbeit mit der erdbeerwoche könnt ihr in unserem Blogartikel „Toxisches Schocksyndrom (TSS): Mythos oder Realität?“ nachlesen oder in unserem Blogartikel zum Tod einer 13-jährigen Engländerin.

Was kann man nun tun, um TSS zu vermeiden?

1.    Tampons nicht zu lange im Körper lassen! Tampons sollten nur max. 4-6 Stunden im Körper belassen werden und anschließend durch ein neues Tampon ersetzt werden. Auch Menstruationstassen sollten nach max. 8 bis 10 Stunden entleert, gründlich gereinigt und erst dann wieder eingesetzt werden.
2.    Vor dem Einführen oder Entfernen eines Tampons/einer Menstruationstasse immer sorgfältig die Hände waschen - am besten mit Seife.
3.    In der Nacht solltest du besser auf Binden oder Slipeinlagen umsteigen.
4.    Immer die kleinste notwendige Tampongröße wählen und supersaugfähige Tampons insbesondere an den schwachen Tagen vermeiden.
5.    Steige auf Tampons aus 100% Biobaumwolle um – diese können TSS zwar nicht verhindern, aber laut einer Studie der New York School of Medicine zumindest das Risiko reduzieren.

Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011 können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons. Dennoch müssen auch Menstruationskappen regelmäßig entleert und fachgerecht gereinigt werden. Mehr dazu erfährst du hier.

Quelle u.a.:

  • Die Zeit (Tödliche Tampos)
  • Der Standard (Risikofaktor Tampon)
  • Canadian Family Physician (Studie zu Menstruationskappen)
  • BBC (Bericht über die 14-jährige Natascha, die an den Folgen von TSS starb)
  • Focus.de (Aufklärungs-Appell einer Mutter, deren 13-jährige Tochter an TSS starb)

 

Wusstest du, dass…

  • …eine Frau im Schnitt rund 500 Mal in ihrem Leben menstruiert?
  • …damit 3000 Tage in ihrem Leben verbringt?
  • …eine Frau im Durchschnitt in ihrem Leben zw. 10.000 und 17.000 Binden bzw. Tampons verbraucht?
  • …jährlich rund 45 Milliarden Tampons bzw. Binden weltweit verbraucht werden?
  • …und der Großteil dieser im Müll landet, wo er aufgrund der Plastikbestandteile über 500 Jahre braucht, um zu verrotten?
  • Tampons und Binden mitunter einen Großteil des Mülls an Stränden ausmachen?
  • …weltweit wesentlich mehr Binden als Tampons verwendet werden (der Marktanteil von Binden beträgt rund 70%)?
  • …in westlichen Ländern mehr Tampons als Binden gebraucht werden?
  • …der erste dokumentierte Fall des Toxischen Schocksyndroms (TSS) erstmals Ende der 1970er Jahre in den USA auftauchte?
  • die erste Wegwerfbinde aus dem Jahr 1946 stammt und in den USA entwickelt wurde?
  • …die Menstruationskappe zur gleichen Zeit wie Tampons entwickelt wurde?
  • …konventionelle Produkte Hautreizungen verursachen können?
  • die Regel auch mit Bildung zu tun hat?
  • …Frauen ohne den Zugang zu Frauenhygieneprodukten pro Jahr 50 Tage in der Schule oder Arbeit verlieren und damit bis zu 5 Jahre weniger Schulbildung haben?
  • ...der Berufsverband der Frauenärzte in München rät, in der Nacht von Tampons auf Binden umzusteigen, sich vor dem Einführen immer die Hände zu waschen und jeweils die kleinste Tampon-Größe zu verwenden?

Das letzte Tabu

Wir leben in einer aufgeklärten Welt, in der es kaum mehr Tabus gibt. Sex, Drogen, geklonte Menschen, second life? Fade Alltagsthemen, nach denen kein Hahn mehr kräht. Aber wer redet eigentlich über diese Sache, die den meisten Frauen einmal im Monat „passiert“? Über eine seit Menschen Angedenken existierende Sache, die sogar schon im Alten Testament Erwähnung fand und die eine der Ursachen dafür ist, dass die Menschheit überhaupt existiert?

Viele Namen um das Eindeutige zu verschleiern

Nennen wir es beim Namen. Aber wie eigentlich? Es gibt so viele davon, alle klingen irgendwie komisch: Periode, Regel, Tage, Menstruation… Bei unserer Recherche nach den unzähligen Synonymen zur Monatsblutung sind wir auch auf „Erdbeerwoche“ gestoßen. 

Warum erdbeerwoche?

Erdbeerwoche? Geht es da um Erdbeeren? Nein. Bei der erdbeerwoche geht es um das Thema Nachhaltige Frauenhygiene und Menstruation. Und weil man ein Unternehmen nun einmal nicht „Menstruation“ oder „blutende Vagina“ nennen kann, haben wir uns für einen Begriff entschieden, der diesem weltumspannenden Tabuthema eine positive Konnotation verleiht. Wir nennen Begriffe, die mit der Menstruation und Frauengesundheit zusammenhängen aber sehr wohl beim Namen und es gibt kaum ein Unternehmen, das Themen wie Scheidenpilz, Menstruationsbeschwerden in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gestellt hat. Der Firmenname „erdbeerwoche“ ist dabei ein Türöffner, den 90% unserer GesprächspartnerInnen auch nicht mehr vergessen.

Wir haben es in den letzten Jahren unserer Arbeit geschafft, dass auch konservative Medien über Menstruation berichtet haben (vor einigen Jahren noch undenkbar). Unsere Erfahrung: Wer offen mit Tabuthemen umgeht, bekommt auch positives Feedback zurück. Was uns dabei täglich antreibt: 90% unserer Kundinnen haben in einer Umfrage angegeben, dass sie nach dem Umstieg auf die Produkte der erdbeerwoche eine positivere Einstellung zu ihrem eigenen Körper hatten. Genau das möchten wir erreichen. Keine Frau soll sich dafür schämen müssen, dass sie einmal im Monat ihre Regel hat. Es betrifft 50% der Weltbevölkerung und wir bluten zusammengerechnet 6-7 Jahre durchgehend. 

Unschuldige Erdbeere? Wer schon einmal eine Erdbeere in der Mitte zerteilt hat und dazu Stephanie Sarley, die sich unter dem Begriff #FoodPorn einen Namen gemacht hat, gegoogelt hat, wird erkennen, dass auch eine Erdbeere nicht ganz unschuldig ist. Und um genau das geht es uns: Hinschauen, hinterfragen und drüber reden.

 

Think Positiv!

Genau das will die „erdbeerwoche“ erreichen. Kein Mensch soll die Menstruation als ein lästiges, unvermeidbares, allmonatlich auftretendes Übel sehen. Schließlich verleiht sie allen Menstruierenden mit den zahlreichen Produkten, die wir jeden Monat für unsere Periode einkaufen viel Macht und ein enormes konsumtechnisches Potential.

Eine menstruierende Frau verbraucht im Durchschnitt im Laufe ihres Lebens zwischen 10.000 und 17.000 Tampons bzw. Binden. Aber wie viele Frauen haben sich schon ernsthaft Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen die Verwendung dieser Produkte haben – sowohl auf ihren Körper als auch auf die Umwelt? Diesem Thema wollen wir uns mit der erdbeerwoche widmen: Es wird Zeit für eine neue Generation der Frauenhygiene.

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