Zellulose

Konventionelle Tampons und Binden bestehen größtenteils aus der Chemiefaser Viskose. Das ist Zellstoff, der bei der Holzverarbeitung (z.B. Buche, Fichte, Eukalyptus) gewonnen wird und ebenfalls den Grundstoff für die Papierherstellung darstellt. Durch viele chemische Prozesse wird aus Holz Zellstoff hergestellt, der dann zu Viskose weiterverarbeitet wird.

Aber was ist daran eigentlich problematisch?

1. Unkontrollierter Holzeinschlag: Der Anteil des illegalen Holzeinschlags an der globalen Holzproduktion wird vom Europäischen Parlament derzeit auf 20 bis 40 Prozent geschätzt.

2. Zellstoffgewinnung: Die chemischen Prozesse zur Zellstofffasergewinnung sind sehr energie- und wasserintensiv. Besonders bei der sogenannten Delignifizierung (der technische Prozess zur „Entholzung“ der Faser) kommen Chemikalien zum Einsatz.

3. Bleiche: Die Verwendung von Elementarchlor ist mittlerweile in der EU sowie anderen Ländern verboten. Derzeit ist das ECF-Bleichverfahren (elementar chlorine free) in Europa vorherrschend. Doch auch in diesem Verfahren werden laut Greenpeace gewisse Chlorverbindungen angewandt, die zwar grundsätzlich umweltfreundlicher sind, jedoch trotzdem so genannte halogenorganische Rückstände in der Faser zurücklassen können. Auf Nummer sicher kann man mit Sauerstoffbleiche (TCF, total chlorine free) gehen, da hier in keinem Fall Chlor zum Einsatz kommt.

Die Fakten: Laut der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research können die Unternehmen den Bleichprozess mit Chlor noch immer nicht gänzlich ausschließen. Das zeigt auch ein Ökotest aus dem Jahr 2007, der in 14 Marken halogenorganische Verbindungen fand, die laut einem Experten der Papierindustrie aus Rückständen des Bleichprozesses mit Chlor stammen könnten. Unser Fazit: Kein einziger konventioneller Frauenhygiene-Hersteller führt derzeit ein Gütesiegel für nachhaltige Waldbewirtschaftung oder kennzeichnet Informationen zum Bleichprozess!

Was kannst du tun?

- Achte auf ein Gütesiegel, das biologische Baumwolle oder nachhaltige Waldbewirtschaftung bescheinigt. (Achtung: Teilweise gibt es Kennzeichnungen, die jedoch nur die Verpackung des jeweiligen Produkts betreffen!)

- Achte auf die Kennzeichnung „mit Sauerstoff“ gebleicht .

Die erdbeerwoche will Frauenhygieneprodukte aus nachhaltigen Rohstoffen und mehr Transparenz bei der Produktkennzeichnung.

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Quellen u.a.: